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FSS-Positionspapier Integrative Schule

Seit dem Beitritt der Basler Schulen zum HarmoS- und dem Sonderpädagogikkonkordat hat die integrative Schule die Lehr- und Fachpersonen, die Schulleitungen und das ganze Bildungswesen mit zahlreichen Veränderungen konfrontiert. Viele neue Konzepte und Abläufe, das Spannungsfeld zwischen Integration und Leistung, teilweise vor Ort fehlende Ressourcen sowie steigende Schülerinnen und Schülerzahlen und Raummangel erschweren die Umsetzung des integrativen Auftrags im Alltag. 

Konzeptpapiere müssen reduziert werden 

Aus Sicht der Lehr- und Fachpersonen von Basel-Stadt ist die grosse Menge an Papieren und Abläufen für eine gelingende Integration kaum zielführend. Auch wenn versucht wird der Komplexität der Materie mit zahlreichen, detaillierten Beschreibungen gerecht zu werden, bewirkt diese Anzahl an Papieren in der Praxis das Gegenteil und löst mehr Konfusion und Unsicherheit aus, als dass sie als hilfreich wahrgenommen wird. Wenige strategische Kernaussagen genügen, damit die Schulen die Organisation einer gelingenden Integration an den Standorten entwickeln können. 

Die FSS fordert darum, dass der diesbezügliche Entwicklungshinweis 2 aus der Systemevaluation von 20141 jetzt umgesetzt wird. 

Spannungsfeld Integration und Selektion 

Im Rahmenkonzept Förderung und Integration der Volksschule heisst eine der ersten Überschriften «Die Volksschulidee: Integration und Leistung zusammendenken». Was da in einem Satz so einfach beschrieben ist, bedeutet für die Lehr- und Fachpersonen im Alltag ein riesiges Spannungsfeld, dem sie trotz grosser Anstrengung häufig nur schwer gerecht werden können, da Leistung zu stark auf Selektion reduziert ist. Es können nicht alle das gleiche leisten und das müssen sie auch nicht. Dem muss Rechnung getragen werden. Die Lehr- und Fachpersonen von Basel-Stadt bekennen sich nach wie vor zur Integration, doch nicht zu jedem Preis! 

Die FSS fordert, dass dort, wo Integration nicht mehr leistbar ist, andere Möglichkeiten zeitnah mit den nötigen Ressourcen zur Anwendung kommen. 

Genügend ausgebildetes Personal und genügend Schulraum 

Die gelingende Integration ist eine hoch komplexe Aufgabe. Dies zeigen die Ergebnisse verschiedener Studien, die in den vergangenen Jahren zum Thema Integration durchgeführt wurden.2 Gut ausgebildetes Personal, eine übersichtliche Gruppengrösse und genügend Raum sind die Schlüsselkomponenten dafür. Darum ist es wichtig, dass der Ausbildung von Lehr- und Fachpersonen eine hohe Priorität zugeordnet wird. Ausserdem müssen Raumfragen bei den aktuellen Umbauplänen in die Zukunft schauend mitgedacht werden. 

Die FSS fordert, dass genügend ausgebildetes Personal und Raum für Team-Teaching vorhanden ist und dass die durchschnittliche Klassengrösse beibehalten wird.3

Die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen kann die Volksschule nicht alleine bewältigen. Nur wenn Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gewinnbringend mit der Schule zusammenarbeiten, wird die traditionell gute Bildung in unserem Kanton weiter als Ressource für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Denn Integration in der Schule kann nur so gut gelingen, wie die Integration in der Gesellschaft aufgenommen und fortgesetzt wird. 

1 vergl. Liesen/Luder, 2014: Systemevaluation der integrativen Volksschule Basel-Stadt 
2 vergl. Ellinger/Stein, 2012: Effekte inklusiver Beschulung  
3 vergl. LCH, 2015: Positionspapier Klassengrösse als bedeutender Belastungsfaktor für Lehrpersonen